15.01.2026
VR-Bank Isar-Vils und VR-Bank Landshut führen Fusionsgespräche
Aufsichtsräte unterstützen Fusionsüberlegungen. Genossenschaftlicher Fokus bleibt erhalten. Keine fusionsbedingten Kündigungen.
Vilsbiburg/Landshut, 14. Januar 2026. Die VR-Bank Isar-Vils und die VR-Bank Landshut treten in Fusionsgespräche ein. Entsprechende Beschlüsse trafen die Aufsichtsräte beider Banken am 12. Januar 2026 auf Vorschlag der Vorstände. Durch den Zusammenschluss der beiden Banken entstünde eine rund zwei Milliarden große Genossenschaftsbank am Sitz der Regierung Niederbayerns. Insgesamt haben die beiden Banken fast 15.000 Mitglieder und beschäftigen etwa 260 Mitarbeitende.
„Landshut mit seinem Umland ist das Kraftzentrum Niederbayerns. Die VR-Bank Landshut und die VR-Bank Isar-Vils sind seit über einem Jahrhundert fest verankert in unserer prosperierenden Heimatregion. Darauf sind wir stolz und fühlen uns dem Erbe verpflichtet.“ Mit diesen Worten zeichnete Ludwig Frischmann, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Isar-Vils, den Rahmen der geplanten Bankenhochzeit. Dieses Erbe sei geprägt von einer konsequenten Orientierung der Geschäftsmodelle beider Banken am genossenschaftlichen Förderauftrag. „Um diesem Förderauftrag weiterhin gerecht zu werden, wollen die VR-Bank Landshut und die VR-Bank Isar-Vils zur VR-Bank Landshut-Isar-Vils fusionieren. Wir wollen „DIE Bank im Herzen Niederbayerns“ werden – regional verwurzelt, menschlich nah und nachhaltig leistungsfähig“, so Frischmann.
Sein Landshuter Vorstandskollege, Martin Kempf, stellte heraus, dass die Verschmelzung helfen werde, den Bedürfnissen von Mittelstand, Handwerk, Landwirtschaft und freien Berufen ebenso gerecht zu werden, wie denen von Privatpersonen. In diesem Zusammenhang skizzierte er, inwieweit die Fusion helfen würde, den Rahmenbedingungen, unter denen die beiden Genossenschaftsbanken ihre Leistungen erbringen, zu begegnen: „Gemeinsam gewinnen wir eine Größe, in die viele unserer Firmenkunden hineinwachsen werden bzw. bereits gewachsen sind. Gemeinsam erfüllen wir zudem die Herausforderungen von Bürokratie und Regulatorik effizienter und es fällt uns leichter, unsere Arbeitgeberattraktivität weiter zu steigern.“ Zudem seien die notwendigen Investitionen in die Digitalisierung sowie in die regionalen Beratungsangebote durch eine Bündelung der Kräfte deutlich besser zu stemmen.
Dazu kommen Skaleneffekte, wie der Vilsbiburger Vorstand Manfred J. Gruber betonte: „Viele Aufwendungen wie zum Beispiel Prüfungs- und Beratungskosten fallen nach einer Fusion nur noch einmal an. Wichtig ist aber, dass wir keine Arbeitskräfte einsparen wollen. Im Gegenteil: Wir brauchen jeden Einzelnen und jede Einzelne, um unseren Förderauftrag zu erfüllen. Daher werden wir die neue Größe nutzen, um unsere Arbeitgeberattraktivität weiter zu steigern.“ Ein Gedanke, dem sich der Landshuter Vorstand Norbert Karl anschloss. Er fügte hinzu: „Die Kundenstrukturen ergänzen sich ideal. Gemeinsam erreichen wir eine Größe, die Größenvorteile ermöglicht, ohne Nähe und Regionalität aufgeben zu müssen. Mit neuer Stärke können wir den genossenschaftlichen Förderauftrag noch besser ausfüllen.“ Davon würden die Mitglieder und Kunden ebenso profitieren wie die Firmen und Unternehmerinnen und Unternehmer, die die beiden Genossenschaftsbanken begleiten.
Aufsichtsräte unterstützen Fusionsüberlegungen
Diesen strategischen Überlegungen schlossen sich die Aufsichtsräte beider Häuser an und beschlossen in getrennten Sitzungen einstimmig, in Fusionsgespräche einzusteigen. Der Aufsichtsratsvorsitzende der VR-Bank Landshut, Johann Stammler, fasste die Entscheidung der Kontrollorgane zusammen: „Die Geschäftsgebiete beider Genossenschaften grenzen aneinander und überlappen sich sogar in Landshut. Beide Banken verfolgen aus tiefer Überzeugung ein am genossenschaftlichen Förderauftrag orientiertes Geschäftsmodell. Daher streben wir diese Fusion zwischen zwei Partnern an, die kulturell und geschäftspolitisch zusammenpassen.“ Sein Amtskollege bei der VR-Bank Isar-Vils, Walter Deinböck, ergänzte: „Über die Details des Zusammenschlusses werden die beiden Häuser in den kommenden Wochen intensiv sprechen. Klar ist bereits jetzt, dass auch die fusionierte Bank auf dezentrale Strukturen setzt und als Regionalbank selbstverständlich vor Ort präsent bleibt. Es wird keine fusionsbedingten Kündigungen geben. „DIE Bank im Herzen Niederbayerns“ wird auch die Bank ihrer Mitarbeitenden mit einer werteorientierten Kultur bleiben. Denn der Mensch macht den Unterschied.“
Die beiden Banken steigen nun in konkrete Fusionsgespräche ein, an deren Ende ein Verschmelzungsvertrag stehen wird. Dieser wird in Informationsveranstaltungen mit den Vertreterinnen und Vertretern der Mitglieder erörtert. Der formale Beschluss über die Fusion, die rückwirkend zum 1. Januar 2026 erfolgen würde, soll noch in diesem Jahr den Vertreterversammlungen beider Banken zur Abstimmung vorgelegt werden.
Zahlen/Daten/Fakten (Angaben per Ende 2024)
| Fakten | VR-Bank Landshut eG | VR-Bank Isar-Vils eG | VR-Bank-Landshut-Isar-Vils-eG |
|---|---|---|---|
| Mitarbeitende | ca. 100 | ca. 160 | ca. 260 |
| Mitglieder | ca. 4.500 | ca. 10.500 | ca. 15.000 |
| Kunden | ca. 16.000 | ca. 35.000 | ca. 51.000 |
| Geschäftsstellen | 5 | 7 | 12 |
| Bilanzsumme | 722,8 Mio. Euro | 1,23 Mrd. Euro | 1,95 Mrd. |
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